Clever anlegen: Darum lohnen sich Aktien für Senioren

Aktien sind auch im Ruhestand eine sinnvolle und gute Geldanlage. Aber: Senioren sollten ihr Portfolio vor allem auf Stabilität trimmen und risikoreiche Investments frühzeitig aussortieren.

Wer im Laufe seines Berufslebens finanzielle Reserven aufgebaut hat, möchte dieses Geld im Alter möglichst sicher anlegen. Viele Rentner verzichten deshalb auf Aktien und setzten stattdessen auf renditearme Zinsprodukte, wie zum Beispiel Festgeld oder Sparbücher. Dieser vorsichtige Ansatz mag zwar vor größeren Verlusten schützen, nennenswerte Gewinne sind aber nicht möglich. Im Gegenteil: Angesichts der im Hintergrund immer aktiven Inflation und der aktuellen Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) werden viele defensive Sparer von Jahr zu Jahr ärmer.

Die abnehmende Kaufkraft des Euro mag über ein oder zwei Jahre keinen großen Einfluss auf die Lebensplanung des Einzelnen ausüben. Wer allerdings über einen Zeitraum von zehn Jahren und mehr plant, kann nicht allein auf Sicherheit setzen, sondern muss auch die Rendite im Auge behalten. Für eine gute Altersvorsorge und Altersfinanzierung sollte deshalb ein Teil des Geldes auch in den Aktienmarkt investiert werden.

Ältere Anleger haben jedoch häufig Angst, dass sie negative Marktbewegungen nicht mehr aussitzen können. Diese Bedenken sind meist unbegründet, weil die Markterholung sehr schnell voranschreiten kann. Hier die Gründe, die für ein Engagement am Aktienmarkt sprechen:

Aktien für Senioren: Wer breit streut, minimiert die Risiken

Eine der bekanntesten Börsenweisheiten lautet: „Nicht alle Eier in einen Korb legen!“.  Dies bezieht sich einerseits auf das Aktien- bzw. Fondsportfolio selbst, andererseits aber auch auf die Anlageklassen. Sinnvoll ist es, sein Vermögen breit zu streuen. Je älter ein Mensch wird, desto größer kann der Anteil des Guthabens auf dem Tagesgeldkonto ausfallen, auch wenn die Zinsen dort nur gering sind. Daneben sind noch wichtig: Festgeldkonto, festverzinsliche Wertpapiere und Aktien bzw. Fonds.

Die Aufteilung des Wertpapierportfolios sollte sich nach dem Anlagehorizont, der Risikoneigung und den zur Verfügung stehenden Rücklagen richten. Sinnvoll ist es immer, sowohl die Regionen als auch die Branchen zu mischen. Also nicht nur in deutsche Unternehmen zu investieren, sondern auch amerikanische und asiatische Unternehmen mit einzubeziehen. Und weil die Anlage in einzelnen Aktien immer mit einem höheren Risiko behaftet ist, empfehlen sich Aktienfonds, die mehrere Aktien bündeln.

Kaum Gebühren für Indexfonds

Vor allem die sogenannten ETF (Exchange-Traded Funds) sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. ETF sind börsengehandelte Indexfonds, die möglichst exakt einen bestimmten Aktienindex wie z. B. den Dax oder einen Teilbereich davon abbilden. Gut an diesen Fonds ist, dass Privatanleger diese Papiere zu sehr günstigen Konditionen kaufen und wieder verkaufen können. Mit einem ETF kann ein Anleger von den Kurssteigerungen an einem bestimmten Markt partizipieren, ohne ein tieferes Wissen oder Verständnis von diesem Markt zu haben. Denn mal ganz ehrlich: Wer kennt sich mit den High-Tech-Firmen in Japan gut genug aus, um die Wachstumsperlen dort zu identifizieren? Das muss ein Privatanleger heute nicht mehr, sondern kauft einfach den entsprechenden ETF (Japan & Technologiefirmen) dazu.

Mittlerweile gibt es tausende ETF, die alle wichtigen Branchen in den Industrie- und Schwellenländern abdecken. Zusätzlich gibt es passive Indexfonds, die auch Nischenangebote in häufig übersehenen Regionen oder Ländern besetzen.

Je länger man dabei ist, desto größer ist der Erfolg

Das Deutsche Aktieninstitut hat in einer Studie herausgefunden, dass Anleger an der Börse langfristig immer im Plus stehen. Selbst ausgeprägte Kursschwächen können mit etwas Ausdauer ausgesessen werden. Ein Rückblick zeigt: Wer zum ungünstigsten Zeitpunkt in den vergangenen 50 Jahren gekauft hat, musste nur 13 Jahre warten, um mit seinem Portfolio wieder im Plus zu stehen.

Das Risiko eines „Börsenbebens“ lässt sich leider nie vermeiden. Aber diese Ereignisse treten nur selten auf und sind meist nach wenigen Jahren wieder verdaut. Ein Blick auf die Langzeitcharts belegt sogar: Seit den 1990er-Jahren nimmt die Dynamik spürbar zu, die Erholung auf Schwächephasen erfolgt heute deutlich schneller als früher.

Daraus folgt auch: Wer heute zum richtigen Zeitpunkt einsteigt, kann innerhalb kurzer Zeit bereits eine gute Rendite einfahren.

Aktien: Es macht mehr Spaß als Sudoku

Neben dem rein finanziellen Aspekt spielen auch andere Erwägungen eine Rolle. Denn an der Börse wirken gleich mehrere Kräfte: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Wer sich einmal mit dem Auf und Ab der Kurse beschäftigt, ist schnell gefangen und fasziniert von den vielen Verknüpfungen ins alltägliche Leben. Deshalb wirkt eine Aktienanlage immer auch als Antrieb, regelmäßig die Zeitung zu lesen und sich in Finanzfragen weiterzubilden. Als „Gehirntraining“ können die Börsenseiten es locker aufnehmen mit den Rätsel- und Sudokuseiten – zusätzlich aber noch für ein sattes finanzielles Plus sorgen.

Wie erfolgreich auch eine späte Aktienkarriere sein kann, zeigte Beate Sander, die als „Börsenoma“ bekannt gewordene Börsenexpertin. Sie kaufte als 59-Jährige – damals noch Lehrerin an einer Realschule – ihre erste Aktie. Schnell war sie infiziert vom Börsenvirus und schrieb nach ihrer Pensionierung sogar Bücher, wie den Bestseller „Der Aktien- und Börsenführerschein“. Ihr Startkapital von rund 60.000 DM wuchs innerhalb von 15 Jahren zu einem Vermögen von einer Million Euro an. Als Beate Sander im Jahr 2020 mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlag, soll ihr Depot bei fast drei Millionen Euro gestanden haben.

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