So schützen Sie sich vor Trickbetrügern und Dieben

Kriminelle haben es häufig auf ältere Menschen abgesehen. Ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft nutzen die Täter aus, um sie am Telefon, an der Haustür oder im Internet zu überrumpeln. Mit diesen Tipps schützen sich Senioren vor Übergriffen.

Kaum ein Tag vergeht, an dem die Medien nicht über Trickbetrüger berichten, die Senioren das Geld aus der Tasche gezogen haben. Dabei nutzen die Kriminellen unterschiedliche Betrugsmaschen.

Trickbetrug am Telefon

Die bekannteste Masche ist der sogenannte Enkeltrick. Hier ruft ein Täter bei einem älteren Menschen an und lässt ihn raten, wer am anderen Ende ist. Nach kurzem Plaudern schildert der vermeintliche Enkel eine erfundene Notlage und bittet um finanzielle Unterstützung. Bei der Geldübergabe gibt der vermeintliche Enkel vor, verhindert zu sein und schickt deshalb eine „Vertrauensperson“, die den vereinbarten Betrag in Empfang nimmt. Ganz ähnlich funktioniert der Schockanruf. Ein angeblicher Polizist schockt den Rentner beim Telefonat mit Informationen über den (erfundenen) schweren Unfall eines Bekannten und bittet um Geld für eine aufwendige Reparatur oder eine Notoperation. Wenig später holt dann eine uniformierte Person das Geld ab. Eine dritte Variante ist das Gewinnversprechen. Hier verspricht ein vermeintlicher Anwalt dem Senior telefonisch einen hohen Gewinn, etwa ein Auto oder eine Reise. Vor der Übergabe des Preises muss der Senior allerdings eine Verwaltungsgebühr überweisen. Dafür nutzen die Täter gerne das Internet-Bezahlsystem Paysafecard. Auf den vermeintlichen Gewinn wartet der Senior anschließend vergeblich.

Betrüger am Telefon? So sollten Sie reagieren:
  • Behalten Sie die Ruhe und lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Kommt Ihnen etwas merkwürdig vor, legen Sie den Hörer auf.
  • Reden Sie am Telefon nie über Ihre finanziellen Verhältnisse.
  • Übergeben Sie niemals Geld an eine Ihnen unbekannte Person.
  • Im Fall von Gewinnspielen: Überweisen Sie niemals Geld, um den Gewinn später zu erhalten. Und geben Sie keine Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder ähnliches raus.
  • Rufen Sie im Zweifelsfall die Rufnummer 110 an, um mit einem Beamten der örtlichen Polizeidienststelle über den Vorfall zu sprechen.

Gefahren an der Haustür

Häufig versuchen dreiste Diebe, sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Sie klingeln an der Haustür von älteren Mitbürgern und bitten um Hilfe.  Angeblich benötigen sie ein Glas Wasser, um eine Tablette zu nehmen; oder Stift und Papier, um eine Notiz zu schreiben. Andere geben sich als Handwerker aus oder wollen den Stromzähler ablesen. Eins haben alle Maschen gemeinsam: Sobald ein Täter den Rentner überrumpelt hat und in der Wohnung ist, schleicht sich ein Komplize rein, der die Räume nach Wertsachen durchsucht.  

Wieder andere Betrüger wollen ältere Menschen an der Haustür überreden, Verträge für eine Versicherung oder einen besseren Stromtarif abzuschließen oder ihnen ein teures Produkt verkaufen. Sie preisen ihre Schnäppchen an oder locken mit zusätzlichen Gewinnen. Das aufdringliche Auftreten schüchtert viele Senioren ein, sie unterschreiben, nur damit der Vertreter endlich wieder geht. Grundsätzlich können an der Haustür geschlossene Verträge innerhalb von 14 Tagen schriftlich widerrufen werden. Um sich Ärger zu ersparen, sollten Senioren es jedoch gar nicht erst soweit kommen lassen.

So können Sie sich schützen:
  • Öffnen Sie niemals die Tür, ohne vorher die Gegensprechanlage genutzt und durch den Türspion geschaut zu haben.
  • Öffnen Sie die Tür nur mit vorgelegter Türsperre.
  • Lassen Sie niemanden in die Wohnung, den Sie nicht kennen.
  • Bleiben Sie bei Notsituationen ruhig, und reichen Sie die gewünschten Gegenstände raus.
  • Behauptet jemand, dass er einen Auftrag bei Ihnen ausführt, verlange Sie seinen Ausweis.
  • Fragen Sie bei Nachbarn oder dem Hausmeister, ob Handwerker im Haus unterwegs sind.

Abzocke im Internet

Für Senioren gehört das Internet mittlerweile zum Alltag. Einkaufen, Bankgeschäfte erledigen und Kontakt halten zu Freunden und Verwandten sind Dinge, die sie regelmäßig im Netz erledigen. Doch auch dort lauern Gefahren. Durch scheinbar harmlose Downloads oder Anhänge in E-Mails oder verseuchte Internetseiten landen Viren und Trojaner auf dem Computer. Abzocker locken mit unglaublichen Schnäppchen oder leiten sie mit Hilfe von Phishing-Mails auf Internetseiten weiter, auf denen sie Zugangs- und Kontodaten preisgeben sollen.

Das sollten Sie beachten:
  • Installieren Sie auf dem Rechner eine Virenschutzsoftware. Halten Sie die Software durch automatische Updates auf dem neuesten Stand.
  • Nutzen Sie sichere Passwörter im Internet. Sie sollten 12 Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen enthalten.
  • Öffnen Sie nur Anhänge in Mails von Personen, denen Sie vertrauen.
  • Überlegen Sie sich genau, wo Sie im Internet persönliche Daten preisgeben.
  • Geben Ihre Kontodaten nur bei verschlüsselten Verbindungen ein, die in der Browserzeile mit https:// beginnen.
  • Geben Sie niemals Ihre Kontodaten oder ihre Online-Banking-Daten preis, wenn Ihre Bank oder Sparkasse Sie per Mail dazu auffordert. Die Mail stammt von Betrügern, die ihre Kontodaten ausspähen wollen, denn Banken und Sparkassen fordern diese Daten niemals per Mail an.

Wenn Unbekannte das nächste Mal bei Ihnen klingeln, anrufen oder Sie Mails erhalten, bei denen Sie ein merkwürdiges Gefühl im Bauch haben: Beherzigen Sie diese Tipps, um sich vor Übergriffen zu schützen.

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