Kosmetisch vs. medizinisch: Welche Fußpflege benötigen Senioren?

Die Füße dürfen bei der Körperhygiene nicht ausgelassen werden. Doch im Alter fällt das oft schwer. Mit Hilfe von Fußpflegern und gegebenenfalls Podologen werden die Füße wieder schön.

Unsere Füße müssen jeden Tag eine Menge leisten und tragen uns tausende Schritte durch die Gegend. Deshalb sollten wir uns regelmäßig darum kümmern, dass es ihnen gut geht. Doch Alter und Unbeweglichkeit führen dazu, dass Menschen ihre Füße nicht mehr so gut erreichen. Die unschönen Folgen können Hornhaut, Druckstellen, eingewachsene Nägel und Nagelpilz sein, die Schmerzen auslösen und die Freude an der Bewegung mindern. Spätestens wenn Senioren Schwierigkeiten bekommen oder eine Krankheit, sollten sie zur professionellen Fußpflege gehen, um die Füße kontrollieren zu lassen.

Was ist eine kosmetische Fußpflege?

Das ist nichts anderes als die klassische Pediküre. Der Wohlfühlfaktor spielt hier eine große Rolle. Die Füße werden gebadet, überschüssige Hornhaut wird anschließend mit einer Rubbelcreme (Peeling) abgeschmirgelt. Dann werden die Nägel gekürzt und die Nagelhaut zurückgeschoben. Auf Wunsch lackiert die Fußpflegerin die Nägel.

Worauf müssen Senioren bei der Pediküre achten?

Die Ausbildung zum Fußpfleger ist sehr unterschiedlich, was sich auf die Qualität der Dienstleistung auswirken kann. So ist die Pediküre ein Teil der Ausbildung zur Kosmetikerin. Die Ausbildung zum geprüften Fußpfleger dauert ein Jahr. Viele Dienstleister in diesem Bereich haben aber lediglich einen mehrtägigen Intensivkurs belegt oder die Fußpflege in Abendlehrgängen erlernt.

Wie hygienisch ist die kosmetische Fußpflege?

Zwar gibt es Richtlinien für die kosmetische Fußpflege, aber Kontrollen durch das Gesundheitsamt werden nur aufgrund von Hinweisen und Beschwerden durchgeführt. Als guter Dienstleister trägt der Fußpfleger Handschuhe. Die Instrumente werden nach jeder Behandlung desinfiziert und gegebenenfalls sogar sterilisiert um auszuschließen, dass die Kunden von einem Pilz befallen werden.

Was kostet eine Pediküre?

Der Preis richtet sich nach dem Aufwand und kann von 15 bis 65 Euro pro Behandlung liegen. Wobei Reinigen, Schmirgeln und Kürzen der Nägel zur Grundbehandlung gehören, das Lackieren oder Modellieren der Nägel aber nicht. Wer das weiß, erlebt später beim Bezahlen keine bösen Überraschungen.

Was ist im Unterschied dazu eine medizinische Fußpflege?

Falsches Schuhwerk kann die Ursache für eine krankhafte Veränderung der Füße sein. Zu diesen Veränderungen zählen verdickte Hornhaut, Fußpilz, Nagelpilz, Hühneraugen und Warzen. Sie können zu Schmerzen führen. Bei der medizinischen Fußpflege werden deshalb Haut und Nägel angeschaut mit dem Ziel, eine Linderung der Beschwerden zu erreichen.

Wer führt eine medizinische Fußpflege durch?

Medizinische Fußpfleger werden auch Podologen genannt. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Seit 2002 wird die medizinische Fußpflege im sogenannten Podologen-Gesetz bundesweit geregelt.

Was machen Podologen?

Die Fachkräfte behandeln schmerzende Stellen. Sie entfernen Hornhaut sowie Warzen mit Hilfe von Skalpellen oder speziellen Schleiftechniken. Auch die Behandlung von Nagelpilz, eingewachsenen Fußnägeln und brüchige Nägel gehören zum Aufgabengebiet des Podologen. Zudem fertigen sie Polster an, die den Druck auf eine schmerzende Stelle lindern.

Was kostet die Behandlung?

Die Behandlung kann von der Krankenkasse übernommen werden, wenn der Arzt sie als notwendig einschätzt und ein Rezept ausstellt. Für die Reflexzonenmassage zahlt die Krankenkasse zwischen 20 und 40 Euro, für die Entfernung der Hornhaut rund 20 Euro, für die Bearbeitung der Nägel rund 30 Euro. Eine komplette Behandlung von Haut und Nägel liegt bei über 40 Euro, wenn der Podologe mit der Kasse abrechnet. Wer eine medizinische Fußpflege ohne Rezept bucht, muss mit deutlich höheren Preisen rechnen.

Wann zahlt die Krankenkasse?

Das ist zum Beispiel bei Patienten mit Gefäßerkrankungen, Durchblutungsstörungen oder Diabetes der Fall. Seit einiger Zeit tragen die Krankenkasse auch die Kosten bei einer Erkrankung des Nervensystems oder wenn Patienten an den Folgen eines Querschnittsyndroms leiden.

Wie findet man einen Podologen in der Nähe?

Auskünfte geben die Krankenkassen. Senioren können aber auch im Internet suchen und als Suchbegriff „medizinische Fußpflege“ eingeben und bei den Ergebnissen genau hinschauen, ob es sich tatsächlich um Podologen handelt.

Kommen Podologen auch ins Haus?

Ja, einige arbeiten in der mobilen Fußpflege. Das heißt, sie besuchen den Kunden zu Hause, in der Einrichtung für betreutes Wohnen oder im Pflegeheim.

Was können Senioren selbst für ihre Fußgesundheit tun?

Die regelmäßige Begutachtung der Füße ist für Senioren eine sehr wichtige Präventionsmaßnahme. Wer seine Füße selbst nicht anschauen kann, sollte einen Angehörigen bitten, nach Veränderungen, Verletzungen, Rötungen und Schwellungen zu suchen. So kann einem diabetischem Fußsyndrom vorgebeugt werden.
Beim täglichen Waschen sollten die Füße gut abgetrocknet werden, auch zwischen den Zehen, um Hautpilz zu vermeiden. Die Nägel sollten nicht zu kurz geschnitten werden, denn sonst wachsen sie ein. Der Nagel hat die passende Länge, wenn er mit der Zehenkuppe abschließt und gerade geschnitten ist. Ein Fußbad kann sehr wohltuend und entspannend sein, ebenso das Entfernen der Hornhaut mit einer Hornhautfeile oder einem Bimsstein. Das Eincremen hinterher sollten Sie nicht vergessen, damit die empfindliche Haut an den Füßen nicht austrocknet. Und wer immer bequeme Schuhe trägt, beugt Druckstellen vor.

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