Nach Corona-Impfungen: Stiko empfiehlt Booster-Impfung für Senioren über 70 Jahre

Die Ständige Impfkommission empfiehlt älteren Menschen, sich ein drittes Mal mit einem mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 impfen zu lassen. Durch den sogenannten Booster soll ihr Immunschutz erhöht werden. Anfang November meldete das Robert-Koch-Institut (RKI), dass 85,6 Prozent der Menschen über 60 Jahre vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Doch im Kampf gegen die Pandemie reichen Erst- und Zweitimpfung nicht aus, wie die Inzidenzahlen zeigen. Die Stiko, also die Ständige Impfkommission, empfiehlt deshalb eine dritte Impfung – den Booster. Hier erhalten Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Auffrischungsimpfung:

 

Booster-Impfung: Was ist das eigentlich?

Mit der Erst- und Zweitimpfung hofften viele Menschen, dass sie lebenslang vor einer Infektion mit dem Coronavirus und einem schweren Verlauf geschützt sind. Doch wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der Schutz je nach Impfstoff vier bis sechs Monate nach der vollständigen Impfung deutlich nachlässt. Hochbetagte, aber auch Menschen über 60 Jahre, die zu den ersten Impfgruppen in Deutschland gehörten, sind wieder stärker gefährdet. Ihnen empfiehlt die Gesundheitsministerkonferenz, den Impfschutz durch eine erneute Auffrischungsimpfung zu erhöhen. Diese dritte Corona-Impfung wird auch Booster-Impfung genannt und soll zu einer höheren Antikörperbildung führen, damit der Schutz vor schweren Verläufen hoch bleibt.

Wem empfiehlt die Stiko eine Auffrischungsimpfung?

Grundsätzlich haben alle Bürger nach der Corona-Impfung den Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung, um ihren Impfschutz aufrecht zu halten. Auch die Kosten für den dritten Piks werden übernommen. Bestimmten Bevölkerungsgruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission aber besonders, von dem Angebot Gebrauch zu machen:

  • Menschen, die 70 Jahre und älter sind,
  • Menschen, die in Alten- und Pflegeeinrichtungen wohnen,
  • Pflegebedürftige, die zu Hause betreut werden,
  • Menschen mit Immunschwäche,
  • Personal in Pflege- und in medizinischen Einrichtungen,
  • Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen
  • Personen, die vollständig mit Impfstoffen von Johnson & Johnson oder AstraZeneca geimpft wurden

Wann soll die Booster-Impfung erfolgen?

In der Regel soll die Auffrischung sechs Monate nach zweiten Impfung erfolgen. Viele sogenannte Impfdurchbrüche werden aber bei Personen festgestellt, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden. Der Stoff hat eine geringere Wirksamkeit gegen die Delta-Variante des Coronavirus. Deshalb können diese Menschen schon vier Wochen nach der Grundimmunisierung eine Auffrischung erhalten.

Covid-19: Warum ist eine Auffrischungsimpfung gerade für Senioren notwendig?

Auch bei älteren und alten Menschen lässt der Impfschutz nach einigen Monaten nach. Wissenschaftler haben zudem festgestellt, dass viele von ihnen nach der Grundimmunisierung weniger Antikörper bilden. Mit ihrem ohnehin schwächeren Immunsystem laufen sie Gefahr, sich trotz Erst- und Zweitimpfung mit dem Coronavirus zu infizieren. Eine Booster-Impfung soll den Schutz erhöhen, gerade jetzt, wo die Inzidenzen wieder steigen.

Dass Booster-Impfungen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben, zeigt das Beispiel Israel. Nachdem dort im Sommer hohe Inzidenzen herrschten, wurde der Bevölkerung eine Booster-Impfung angeboten – und diese auf breiter Ebene angenommen. Daraufhin sanken die Inzidenzen innerhalb weniger Wochen wieder.

Auffrischungsimpfung erst nach Antikörpertest?

Viele Geimpfte fragen sich trotz Empfehlung der Stiko, ob sie den Piks wirklich brauchen. Sie denken über einen Antikörpertest nach. Doch die Fachleute vom RKI halten diesen Test für überflüssig. Zum einen wissen Experten noch nicht genau, ab welchem Antikörperwert ein Schutz vor Covid-19 besteht. Zum anderen geht es beim Boostern nicht darum, den Zustand nach der zweiten Impfung wiederherzustellen. Mit der dritten Impfung soll die Immunität weiter verbessert werden. Deshalb bemängeln viele Experten, dass der Begriff Auffrischungsimpfung viele Bürger in die Irre führt.

Welche Impfstoffe empfiehlt die Stiko?

Die dritte Impfung soll mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer oder von Moderna erfolgen. Bei beiden Impfstoffen handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe, die bereits bei der ersten und zweiten Impfung vieler Menschen genutzt wurden.

Wo erhalten Senioren eine Auffrischungsimpfung?

Wer bereits im Ruhestand ist, bekommt die Impfung vom Hausarzt oder anderen niedergelassenen Ärzten in seiner Nähe. Die Internetseite www.zusammengegencorona.de informiert über impfende Ärzte in der Nähe.

Sind genügend Impfstoffe vorhanden?

Das Bundesgesundheitsministerium hat bestätigt, dass genügend Impfstoff vorhanden ist, damit sich alle Impfwilligen boostern lassen können.

Sind Senioren nur mit Booster vollständig gegen Covid-19 geimpft?

Nein, wer bislang einen vollständigen Impfschutz hatte, gilt auch ohne Booster als vollständig geimpft. Es ist noch nicht abschließend geprüft, welche Impfabstände eingehalten werden müssen, um den Schutz vor Covid-19 aufrecht zu erhalten. Die Auffrischungsimpfungen sind bislang eine Vorsichtsmaßnahme.

Wie wird eine Auffrischungsimpfung nachgewiesen?

Wie die Corona-Schutzimpfung kann auch die Booster-Impfung im digitalen Impfnachweis angezeigt werden.

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